60 Jahre Soziale Marktwirtschaft
1947 bis 1959
1957: Rentenreform, Einführung der dynamischen Rente | Römische Verträge | Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen | Gründung der Bundesbank
Ein ereignisreiches Jahr: Das vom BKU-Geschäftsführer Wilfrid Schreiber geforderte Umlageverfahren für die Rentenversicherung („dynamische Rente“) wird am 22. Januar umgesetzt – allerdings ohne die von Schreiber geforderte demographische Komponente. Weder der Widerstand liberaler Ökonomen, noch Ludwig Erhards Alternativ-Vorschlag einer Produktivitätsrente finden Gehör.
Nachdem die politische Vereinigung Europas im Rahmen der Europäischen Verteidigungs-
gemeinschaft gescheitert ist, entscheiden sich die europäischen Regierungen den Weg einer vornehmlich ökonomischen Integration zu beschreiten. Dies findet seinen Ausdruck in den Römischen Verträgen, die am 25. März unterzeichnet werden. Die Organisation EURATOM soll eine gemeinsame Atompolitik formulieren, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft einen gemeinsamen Markt schaffen.
Nach langen Diskussionen erhält Deutschland am 27. Juli ein „Gesetz gegen Wettbewerbs-
beschränkungen“. Es sieht ein grundsätzliches Verbot von Kartellen und eine Missbrauchsaufsicht bei marktbeherrschenden Unternehmen vor. Die Fusionskontrolle wird erst später zum Gegenstand des Gesetzes.
Am 1. August wird die Deutsche Bundesbank gegründet und durch das Bundesbankgesetz mit weitreichender Unabhängigkeit ausgestattet.

